Die 6. Runde der Klubmeisterschaft

Die Spannung steigt, denn der Endspurt der Flensburger Klubmeisterschaft ist nahe! Am 30. Oktober fanden sechs Spiele statt. Diesmal nicht im gewöhnlichen Saal, sondern in den etwas kleineren aber gemütlichen Café nebenan. Wir nähern uns den Ende und es wird noch einmal richtig spannend:

In der Meisterklasse musste Benjamin, der bis jetzt eine „weiße Weste“ hatte gegen Holger Martens die Segel streichen. Noch hat Benjamin einen guten Vorsprung, jedoch stehen noch einige Nachholpartien an. Das Blatt kann sich also noch wenden! Dirk Maleska gewann überzeugend gegen Guido Heinemann, wobei er vor der Partie Bedenken hatte:“Ich habe die letzten Male immer gegen Guido verloren“, hat Dirk erzählt. Dieser Fluch scheint nun gebrochen zu sein.

Einen Hauchdünnen Vorsprung in der Vormeisterklasse kann Lutz Kania für sich behaupten. Mit 5 aus 6 Punkten ist er momentan alleiniger Erstplatzierter. Aber die Konkurrenz schläft nicht: Gleich zwei Spieler, Gerhard und Malte, sind mit 4.5 Punkten auf der Lauer. Umso spannender ist die Tatsache, dass die Partie Jensen – Kania die letzte sein wird und womöglich über alles entscheiden wird!

Ich möchte noch einmal allgemein darauf hinweisen, dass die 7. Runde am 13.November stattfindet, da der Saal am 20.November geblockt ist.

Ein herzlicher Dank geht an Oliver Fritz für das Bereitstellen der Partien sowie Ulrich Steinhagen für die tollen Fotos!

Zum Nachspielen

Meisterklasse

Holger Martens – Benjamin Isler: 1-0

Benjamin beantwortet Holgers 1.c4 mit den holländischen f5, was zu seinen aggressiven Spielstil passt. Es baut sich im Verlauf des Spieles eine Spannung auf, da sich die e- und f- Bauern gegenüberstehen. Hier greift Benjamin etwas daneben, weil er den Konflikt nicht lösen wollte, sondern eine weitere Drohung aufbauen will. In Schach nichts ungewöhnliches – Drohungen sind meistens gefährlicher als Taten. Aber folgendes gilt auch beim Schach: Es gibt enorm viele Ausnahmen und Sonderfälle, in denen man von den Standard-Regelwerk abweichen muss. Da durchzublicken, ist die große Kunst!

Vielen Dank an Holger dafür, dass er mir seine Gedanken zu der Partie gegeben hat. Wenn Ihr auch Gedanken zu euren Partien hattet, die ihr teilen möchtet, könnt ihr mir diese gerne zusenden. Ich baue diese dann nachträglich ein. Solltet ihr sogar eure Partie selber analyisiert haben, wäre ich auch sehr froh, wenn ihr diese mir zuschickt (natürlich nur, wenn Ihr mögt).

Benjamin wird Sg4 ziehen, was sich als nicht gut herausstellt.

Guido Heinemann – Dirk Maleska : 0-1

Ich saß am Nachbarbrett und konnte Dirk nur sagen hören „die letzten Male habe ich gegen Guido immer verloren. Immer in der Klubmeisterschaft…“. Dieser „Fluch“ scheint nun gebrochen. Wir finden hier das Blackmar-Diemer-Gambit auf dem Brett. Eine Eröffnung, die den taktisch angehauchten Guido eigentlich stehen sollte. Aber irgendwie kann er nicht genug Spiel für seinen geopferten Bauern generieren und fällt damit in ein benachteiligtes Endspiel. Erst durch Dirks sehr anschauliche Technik konnte er diesen Mehrbauern für seinen Sieg nutzen. Ich finde das sehr anschaulich und es lohnt sich, vorallem das Endspiel einmal nachzuspielen!

Guido hat gerade Lf4 gezogen und Dirk wird mit c6 erwidern.

Vormeisterklasse

Lutz Kania – Nikolaj Bolgov : 1-0

In diesen Spiel sind Ungereimtheiten beider Seiten vorhanden. Nikolaj wählt den logischen Plan, seinen weißfeldrigen Läufer außerhalb der Bauernkette zu platzieren, muss dafür aber mit einer Schwächung auf den Feld b7 rechnen. Tatsächlich ist es nicht zu einfach für Weiß, diese auszunutzen, da er selber über eine Schwäche auf b2 verfügt. Bei korrekten Spiel hätte Nikolaj an einen Punkt die weiße Dame, die sich im feindlichen Lager verirrt hatte, einkesseln können und würde damit einen sicheren Sieg heimfahren. So kam es schlussendlich auch, jedoch mit ausreichend Kompensation, die Nikolaj bei richtigen Spiel hätte verhindern können. So ist Lutz mit „Glück im Unglück“ gut davongekommen und führt damit alleine die Vormeisterklasse an.

Lutz am Zug, wird die Rochade ausführen. Gab es vielleicht einen besseren Zug? Sehen Sie selbst in der Analyse!

Peter Nissen – Malte Jensen : 1/2-1/2

In den beschleunigten sizilianischen Drachen, einer Eröffnung, die man nicht unterschätzen darf, hält Peter sehr gut mit. Im Mittelspiel sah ich einen falschen Plan – ich wollte zu schnell Initiative ergreifen weil ich dachte, die weißen Figuren stehen nicht korrekt. Tatsächlich hat Peter meinen Angriff sehr schön widerlegt und hatte von da an das Spiel in der Hand. Ich kann von Glück reden, dass wir uns Remis getrennt haben. In der Analyse zeigte ich Ihn, wie er hätte gewinnen können. Im Nachhinein, als ich mit den Computer meine Varianten durchprüfte, hatte ich Recht behalten. Glück gehört eben manchmal dazu! Das Glück, dass der Gegner nicht den eigenen Sieg sieht…

Hier werde ich mich mit Sxe4 in Schwierigkeiten zu begeben. Im Hintergrund die Partie Heinemann – Maleska.

Florian Tent – Friedrich Jacobsen : 1-0

Der erste Sieg für Florian, unseren jüngsten Teilnehmer der Vormeisterklasse. Und ein verdienter obendrauf! Im dritten Zug spielt Schwarz etwas ungenau, nimmt einen Bauern mit der Dame wieder, die mit Tempo angegriffen werden kann. Diese Gelegenheit packt Florian und schafft sich einen guten Entwicklungsvorsprung. Danach lässt er nicht locker, bewahrt diesen Entwicklungsvorsprung und schafft es, einen Bauern bis auf die siebte Reihe vorzupreschen.  „Fiede“ hatte keinen Augenblick zum Luft holen bekommen, stellte gegen Ende eine Figur ein und Strich die Segel.

„Fiede“ hat gerade Sd5 gezogen, was Florian mit Txc5 erwidern wird.

 

Sascha Thomsen – Gerhard Kühnen : 1/2-1/2

Hier finden wir das Londoner System, ein Lieblingswerkzeug von Sascha, welches Gerhard mit einer Kampfansage erwidert. Zunächst baut er sich Königsindisch auf, dann verzögert er die Entwicklung des Springers auf g8 um nicht nur e5, sondern auch f5 durchzudrücken. Später zieht er noch den g-Bauern nach, sodass nun 3 Bauern den „Londoner Läufer“ bedrohlich nahe stehen. Umso interessanter ist es, dass die Partie kurze Zeit später mit einen Remis endet – beiden Seiten fiel wohl nichts mehr ein.

Sascha hat gerade Dc2 gezogen, woraufhin Gerd mit Sc5 den f5-Bauern deckt. Im Hintergrund die Partien Nissen – Jessen sowie Heinemann – Maleska

 

5 thoughts on “Die 6. Runde der Klubmeisterschaft

  1. Hallo Jürgen, Ulli und Gerhard vielen HERZLICHEN DANK für die bisherige Gestaltung der Homepage. Ich glaube wir alle haben sehr viel Spaß an den Berichten, Partien und Fotos von Euch DREIEN und Sie werden uns sicherlich in guter Erinnerung bleiben, egal ob über ein selbst oder andere Schachkollegen berichtet wurde. Siege, Niederlagen und Remis und die Partien hätten doch immer anders ausgehen können wie wir sehen konnten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.